Abrahamitisches Symposium

Christen, Juden und Muslime stellen heute über 90% der deutschen Bevölkerung. Alle drei Religionen berufen sich auf Abraham als ihren Urvater, weshalb sie auch abrahamitische Religionen genannt werden. Trotz ihrer engen Verwandtschaft haben die Anhänger aller drei Religionen in den beiden vergangenen Jahrtausenden untereinander zum Teil blutige Auseinandersetzungen geführt, die sich durch ihre genetische Verwandtschaft und ihren Bezug auf zahlreiche gemeinsame Traditionen, die von jeder Religion unterschiedlich ausgelegt werden, erklären lassen. Die Geschichte hat gelehrt, dass gemeinsame Traditionen für sich keineswegs Einigkeit bewirken, sondern oftmals dazu führen, vorhandene Unterschiede stärker zu betonen.


In den letzten Jahrzehnten ist bei den Anhängern der abrahamitischen Religionen ein Trend zu beobachten, ihren gemeinsamen Urvater Abraham als Symbol für ein friedliches Zusammenleben zu sehen. Christen, Muslime und Juden haben in ihrer Eigenschaft als Mitglieder der Familie Abrahams unermüdlich ihr Bestes getan, um Abraham als ihren gemeinsamen Urvater zu präsentieren. Wenn es stimmt, dass sich die Geschichte Abrahams gerade in Zeiten der Krise regelmäßig wiederholt, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, seiner Person größere Aufmerksamkeit zu schenken. Zu diesem Zweck richtet der Süddialog e.V. für alle dialoginteressierten Christen, Muslime und Juden ein abrahamitisches Symposium aus, das den Blick auf einige Kernpunkte der Begegnung von Christen, Juden und Muslimen lenken soll. Die Themen dieses Symposiums kreisen um Fragen wie: „Der Clash of Civilisations – Ist der interreligiöse Dialog seine Lösung?“; „Der Abbau von Vorurteile – was bedeutet Dschihad, Missionierung und Zionismus?“; „Was bedeutet es für den Alltag, dass sich Angehörige dieser drei Religionen auf den gemeinsamen Stammvater berufen?“; „Ist es legitim, von einer „Abrahams-Ökumene“ zu sprechen, oder sind für den Alltag des Miteinander-Lebens andere Zugänge notwendig?“

 

  • Kurzprotokoll zum Abrahamitischen Symposium - 10.12.2009

  • Eine Analyse zum Abrahamitischen Symposium - 10.12.2009